Der Staat als Räuber

Als Wegelagerer gelten solche Kriminellen, die ahnungslose Zeitgenossen auf offener Straße überfallen und sich nehmen, was ihnen nicht zusteht. Manchmal wurde es rechtlich zum Raub, wenn Gewalt zu Hilfe genommen wurde.

Wer nachrechnet, der muss erfahren, dass sich der Staat ihm gegenüber ähnlich verhält. Dabei ist jedem klar, dass der Staat finanzielle Mittel braucht, um seine Aufgaben wahrnehmen zu können. Dafür hat er beispielsweise die Steuern erfunden. Danach steht dem Staat z. B. ein Teil der Gewinne zu. Das soll ihm auch nicht abgesprochen werden. Was aber ist ein Gewinn, fragt sich mancher. Wenn er Lohn bekommt, so wird ihm der als Gewinn angerechnet, obwohl er etwas gegeben hat – seine Arbeitskraft. Er tauscht also seine Leistung gegen Geld. Von Gewinn kann da keine Rede sein. Sei es drum.

Wir alle sollen einen Teil unseres Lohnes an den Staat abführen. Je mehr wir verdienen, desto mehr. Nun wird es spannend:

Verdienten wir beispilesweise früher brutto 2.925 €, so betrugen unsere Steuern in Steuerklasse I genau 460,77 €. Nach Abzug der anderen Posten blieben netto 1.866,80 €.

Einige Jahre später: Wir verdienen 3.300 € brutto – also 12,82 % mehr, verbleibt nach Abzug anderer Posten ein Nettoeinkommen 2.057,16 €. Der Staat kassiert nun 568,81 € also beogen auf 460,77 € 23,44 % mehr.

Nochmal: Unser Bruttoeinkommen stieg um 12,82 %, der Staat kassierte aber 23,44 % mehr. Das schlimme dabei ist: Würde die Inflation zufällig auch genau um 12,82 % gestiegen sein, hätten wir nach Steuern einen Kaufkraftverlust! Unser Nettoeinkommen stieg lediglich um 10,194 %, die Inflation um 12,82% und das Einkommen des Staates um 23,44%.

Der Staat partizipiert also an der Inflation! Nun erahnen Sie auch, warum die EZB eine steigende Inflation wünscht, obwohl sie doch zur Geldwertstabilität verflichtet ist.

Abb. 1: Die „kalte“ Progression

Nun sehen wir uns die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes, des Nettolohns (eines Mannes) und die Steuern an. Rechnen wir jeweils die Inflation heraus, und unterstellen, dass das Einkommen des Mannes mit der Steuerklasse II besteuert wird und indexieren wir alles mit den Werten des Jahres 2005, so ergibt sich folgendes Bild:

Abb. 2: Der Staat zockt seine Bürger ab – BIP, Steuern und Nettolohn nach Steuern indexiert. Eigene Berechnungen.

Das reale Steueraufkommen stieg von 472,079 Mrd. € im Jahr 2005 auf 705,791 Mrd. € im Jahr 2016 – also nominal um 49,5 % und damit wesentlich stärker, als das Bruttoinlandprodukt (BIP). Der Staat zockt seine Bürger ab!