Mein erster Dollar

Meinen ersten Dollar hatte ich als kleiner Junge in Spanien verdient. In den Urlaub zu fahren und dann noch in einem Hotel zu logieren, war damals Luxus pur. Der Luxus wurde noch auf die Spitze getrieben, indem es dort einen Swimmingpool gab, um den sich die Gäste einfanden, um einen Drink zu nehmen, einen Plausch zu halten, zu lesen und sich zu sonnen. Es war ein internationales Hotel. Einer der (älteren) Gäste fiel durch seine staksige Art auf, sich zu bewegen, durch die Art, wie er ständig seine gebogene Pfeife rauchte und durch seine Kleider, die durch große Karos sich von denen der anderen Gäste prägnant unterschied. Wir Kinder schwammen und stießen uns wechselseitig ins Becken.

Wir tobten also ausgelassen herum, als mich ein Herr im Liegestuhl zu sich winkte. Er bot mir einen Dollar dafür, dass ich den Sonderling – er drehte gerade wieder seine Kreise – in den Pool befördere würde. Ich willigte ein – für zwei Dollar. Mit beiden Scheinen in der Hand begab ich mich nun zu dem Sonderling und berichtete ihm radebrechend von der Not, die ich hatte: einerseits wollte ich mir das Geld verdienen, andererseits bekäme ich sicherlich Ärger, wenn ich ihn ins Wasser schubsen würde. Ich wäre aber gerne bereit, mit ihm zu teilen. Der klopfte mir auf die Schulter, nahm einen der beiden Scheine und fiel wie zufällig ins Wasser – mit seiner krummen Pfeife, seiner karierten Hose und einem schallenden Lachen.