Wie ich zur Politik kam

Ich war schon immer Politik-interessiert, wahrscheinlich, weil wir zu Hause – vornehmlich nach dem Essen – häufig über Gott und die Welt diskutierten.

Als ich nach Karlsruhe zum Studieren kam, erlebte ich dann das Demokratieverständnis der damaligen Linken: In einer Versammlung der Studenten der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät stellte der Versammlungsleiter fest, dass man nicht genug sei, um abstimmen zu können. Kurzerhand stellte einer der Linken den Antrag, darüber zu beschließen, dass man abstimmungsfähig sein. Der Antrag erhielt die Mehrheit. Die Sitzung wurde fortgesetzt und es wurden Beschlüsse gefasst.

Für mich war das natürlich eine Ungeheuerlichkeit und ich trat in den RCDS ein. Für ihn wurde ich dann u. a. Studentisches Mitglied im großen Senats der Universität Karlsruhe und Ortsvorsitzender in der CDU.

Nach dem Studium war – bis auf eine kleine Unterbrechung – erst einmal Ende mit der Politik. Doch dann wurde der Vertrag von Maastricht verhandelt. Mir war klar, dass die vielen Kann-Bestimmungen eine Disziplinierung der Politik – die die Verträge geschrieben hat – verhindern würde. Damit würden auch die Zusagen und öffentlichen Versprechungen obsolet werden. Kaum ein Land hielt die Konvergenzkriterien ein. Sie waren von Beginn an Makulatur.

Um hier mein Wort zu erheben, schrieb ich das Buch: Euro Crash 2007. Eine Rezensentin schrieb sinngemäß: „[…] oder wollte der Verfasser auf die Gefahren des Euros aufmerksam machen?“ Genau das war meine Absicht. Leider bewahrheiten sich die düsteren Vorahnungen (ausufernde Verschuldung, weiche Währung, zunehmende Ungleichgewichte).

Nach der letzten Europawahl bin ich in die AfD eingetreten, um nicht untätig zuzusehen, wie der Karren an die Wand gefahren wird.