Dr. Bruno Hollnagel: Altersarmut – die vernachlässigte reale Gefahr

Welche Gründe auch immer für geringe Altersbezüge verantwortlich sind – ungenügende Rente, Vermögen, Bezüge, … – das gegenwärtige Rentensystem in Deutschland hat entscheidende Mängel: Während ursprünglich eine Familie Eigenvorsorge betreiben musste, wurde die Verantwortung für Altersvorsorge immer mehr zur Aufgabe des Staates. Dabei wurde das Anspar-System (Kapitalstock) in ein Umlagesystem überführt. Das Umlagesystem hat zwei Mängel: Es funktioniert nur dann, wenn die Wirtschaft prosperiert. Konjunkturelle Einbrüche führen schnell zu einem Kollaps des Systems. Zudem verleitet es dazu, die eigenverantwortliche Vorsorge zu vernachlässigen, weil der Staat (wir alle) verantwortlich sind. Sind aber alle verantwortlich, fühlt sich niemand verantwortlich.

Aktuell dürfte die drohende Altersarmut wesentlich darauf basieren, dass der Niedrig-Lohnsektor auf nunmehr ca. 22,5 % angestiegen ist, aus Vermögen sicherer Anlagen sehr geringe bis keine Renditen erwirtschaftet werden können, die Ertragsanteile der Renten besteuert werden, und zugleich die Renten-Bemessungsgrundlage abgesenkt wird. Das führt zu einer Absenkung der Kaufkraft der Renten. Ergänzend ist davon auszugehen, dass die derzeitige Migrationswelle dieses Problem noch verschärft, da die überwiegende Zahl der Migranten in die Sozialsysteme „einwandert“, weil sie wegen mangelnder Qualifikation nur sehr schwer in den Arbeitsprozess integriert werden können (1). Außerdem ist festzustellen dass ca. 50 % aller Rentner in Deutschland eine Rente von 750 € oder weniger beziehen.

Prognosen gehen davon aus, dass die Kaufkraft der Durchschnittsrente des Jahres 2030 (auf das Niveau von 1974?) sinken wird (2).

Was ist also zu tun? Die AFD schlägt vor:

  1. Keine Absenkung der Rente!
  2. Drastische Senkung der Mehrwertsteuer, um damit die Kaufkraft besonders der Niedrigverdiener und der Rentner zu steigern.
  3. Anhebung der Habenzinsen auf ein vernünftiges Niveau, damit sich Vorsorgesparen wieder lohnt.
  4. Einführung des Familiensplittings, wodurch besonders Allein-Erziehende und Familien finanziell entlastet werden.
  5. Die kalte Progression (Versteuerung von Inflationsverlusten) abbauen.

Diese Maßnahmen sind finanzierbar, weil die Steuereinnahmen sprudeln, der Staat erhebliche Einsparungen durch die Abschiebung der nicht bleibeberechtigten Migranten vornehmen könnte. Die Maßnahmen würden zugleich die Binnenwirtschaft ankurbeln, da die Massenkaufkraft steigen würde. Trotz dieser Maßnahmen wird es allerdings erforderlich sein, dass Rentensystem zu renovieren.

Generell muss gelten, dass

  1. die Schar der Geringverdiener (3,5 Mio.!) abgebaut wird und
  2. Sparen belohnt und nicht bestraft wird. Nur so wird eine eigenverantwortliche Altersvorsorge wieder möglich.

Dabei sollte nicht vergessen werden: Mangelt es in einer Volkswirtschaft an einem finanziellen Puffer (Sparvermögen), schlägt eine konjunkturelle Schwäche ungebremst auf die Volkswirtschaft durch und kann so Anstoß zu einem Kollaps sein.

Der Autor, Dr. Bruno Hollnagel, ist Jahrgang 1948, Mitglied des Landesvorstands, und Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland in Schleswig-Holstein, sowie Direktkandidat in Herzogtum Lauenburg und Stormarn-Süd (Wahlkreis 10). Der promovierte Dipl.-Wirtschaftsingenieur und Bauingenieur ist Unternehmer, Portfoliomanager und Autor mehrer Bücher. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkelkinder, und wohnt seit 40 Jahren im Kreis Stormarn.

Quellen:

(1)
http://www.zeit.de/2015/47/integration-fluechtlinge-schule-bildung-herausforderung
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/16/bundesamt-nur-10-prozent-der-fluechtlinge-fuer-arbeitsmarkt-qualifiziert/
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ungesteuerte-zuwanderung-fluechtlingswelle-kostet-jedes-jahr-17-milliarden-euro-13930117.html
http://www.focus.de/finanzen/videos/grosse-staatenuebersicht-wie-viele-auslaender-tatsaechlich-hartz-iv-kassieren-und-wo-sie-herkommen_id_7208179.html

(2)
http://www.seniorenaufstand.de/wp-content/uploads/2014/12/Die-Rueckschrittskurve.pdf