Die Enteignung der Sparer wird fortgesetzt – desaströse Zentralbankpolitik

In der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 26. April 2018, äußerte der Vizepräsident des Instituts, der Portugiese Vitór Conânciao:

„Die unkonventionelle Geldpolitik ist jetzt Teil des ganz normalen geldpolitischen Instrumentariums. Sie kann immer wieder benutzt werden.“

Was als Ausnahme galt – die Null-Zins-Politik – wird Normalität. Die verhängnisvolle Entwicklung schreitet voran: Die Sparer, die verantwortungsvoll Rücklagen bilden, verlieren an Kaufkraft. Als Besitzer einer zehnjährigen Bundesanleihe „erwirtschaften“ sie derzeit ein reales Minus von 1,1 %.

Die Konjunktur ist eingetrübt, der IFO-Index ist eingebrochen, dass GfK-Verbrauchervertrauen entwickelt sich rückläufig. Die Banken erwirtschaften auf dem Kreditsektor kaum noch Gewinne. Die erzielbaren Zinserlöse sind bei vielen Krediten höher als das Risiko und die Verwaltungskosten. Kommt es zu einer nachhaltigen konjunkturellen Abschwächung, werden die Kredite notleidend werden, und es könnten weitere Bankenrettungen drohen.

Die amerikanische Zentralbank FED erhöht die Zinsen und hat weitere Zinserhöhungen angekündigt. Früher oder später werden europäische Anleger wegen der schwachen Ertragssituation den Euroraum verlassen. Wandern sie in den Dollarraum aus, kommt es zu einem erheblichen Zinserhöhungsdruck in Europa.

Macht die EZB ihre Ankündigung wahr und hält die Zinsen dennoch auf null oder gar im Minus, wird es für die unattraktiven europäischen Anleihen keine Käufer mehr geben. Aus Mangel an Kaufinteressenten, könnte die EZB versucht sein, weitere Anleihen zu kaufen, um die Investitionen nicht abzuwürgen. Auch wenn die verantwortbaren Volumen der Aufkäufe durch die EZB schon jetzt längst überschritten sind, wird sie weiter „Wertpapiere“ kaufen. Dabei ist sie schon jetzt zur größten Bad-Bank der Welt aufgestiegen, die Bilanzsumme der EZB beträgt bereits 4,5 Billionen Euro, das sind 40 % der Wirtschaftsleistung der Eurozone. Was kaum einem Bürger bewusst ist: über die deutsche Zentralbank haften wir alle mit.

Dr. Hollnagel MdB – Mitglied und des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages – warnt eindringlich:

„Die Null-Zinspolitik führt zu Kapitalfehllenkungen und zur Blasenbildung, die Sparer verlieren an Kaufkraft, die Banken sind gefährdet und wir alle haften für die Bad-Bank EZB: Die finanzielle Zukunft unseres Landes ist gefährdet!“