Nicht Italien muss den Euro aufgeben, sondern Deutschland eine neue Währung einführen

Sollte Italien sich unter der neuen Regierung noch ungehemmter verschulden, als es das jetzt schon tut, wäre eine Staatspleite mehr als wahrscheinlich. Sowohl ein Staatsbankrott oder ein Euro-Austritt Italiens würden im stark vernetzten europäischen Banksystem Schockwellen auslösen, die zu einem Kollabieren des gesamten Bankensystems führen könnten.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Bruno Hollnagel, Mitglied des Finanzausschusses, beschreibt das drohende Szenario und zeigt die für Deutschland beste Alternative auf:

Was wäre, wenn Italien aus dem Euro ausstiege?

„Italien würde eine neue Währung bekommen. Diese Währung würde abgewertet werden und Italien für den ersten Moment wettbewerbsfähiger machen. Zugleich aber würden die Schulden in Euro entsprechend steigen. Würde die neue italienische Währung z. B. um 30 % abwerten, würden die Euro-Schulden für Italien (in der neuen Währung Italiens gerechnet) um ca. 43 % steigen. Die italienischen Staatsschulden betragen 2,3 Billionen Euro, das sind ca. 130 % des Bruttoinlandsproduktes. 60 % wären nach den EU-Stabilitätskriterien erlaubt. Die Zahlungsfähigkeit Italiens würde also weiter sinken. Staatsanleihen verlören an Wert. Italienische Banken, die sehr viele italienische Staatsanleihen besitzen, würden in der Folge davon wahrscheinlich Insolvenz anmelden müssen. Wegen der kapitalmäßigen Verflechtung würden in einer Kettenreaktion nach italienischen- dann auch andere europäische Banken Schaden nehmen. Die miteinander verketteten Banken würden mit in den Abgrund gerissen werden.

Ergebnis: Zusammenbruch des europäischen Bankenwesens. Die Wirtschaft Europas würde kollabieren oder mit riesigen Mengen neu gedruckten Geldes künstlich am Leben erhalten – zu Lasten der Sparer, deren Vermögen beschleunigt an Wert einbüßen würde. Die andere unheilvolle Alternative wäre die totale Transferunion in der dann in erster Linie Deutschland bildlich gesprochen ausgequetscht würde bis die Kerne krachen. Am Ende würden alle verlieren.

Ausweg: Deutschland sprengt die Haftungsketten, indem es zunächst eine Parallelwährung einführt,  und damit den ersten Schritt aus der Verkettung mit dem Euro vollzieht, auch wenn das gegen das Austrittsverbot verstoßen sollte. Am Ende würde Europa damit gestärkt und befriedet. Ein solcher Schritt ist allen anderen wirtschaftlich starken Staaten der Euro-Zone ebenfalls zu empfehlen.

Die verbleibenden Staaten würden weiterhin in Euro bilanzieren und hätten dadurch keine Buchverluste durch Abwertungen zu verbuchen.“