Ideologische Blindheit

Basierend auf eine kleine Anfrage titelte Spiegel online am 21.6.2018[1]: „Deutschland macht 2,9 Milliarden € Gewinn mit Griechenland-Hilfe“. Der Grünen-„Haushaltsexperte“ Sven-Christian Kindler meint, Deutschland hätte massiv von der Krise in Griechenland profitiert und führt aus: „Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung mit Milliarden an griechischen Zinsgewinnen den deutschen Haushalt saniert“.

Schön wär‘s. Doch leider ist festzustellen, dass die Kredite an Griechenland erhebliche Risiken beinhalten, die natürlich zu bezahlen sind und dass der Grünen „Experte“ zu erwähnen vergisst, dass die Zinszahlungen aus neuen Krediten gezahlt wurden. So gesehen hat sich Deutschland die Zins-„Gewinne“ zunächst einmal selbst gezahlt.

Dr. Hollnagel Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Finanzausschusses: „Der Schlussstrich ist noch nicht gezogen, die Endabrechnung steht noch aus! Das Volumen der drei Griechenland-Rettungspakete beläuft sich auf 256 Milliarden €[2]. Ob, und wenn in welchem Umfang, Deutschland seinen Anteil an den Krediten an Griechenland wieder bekommt, steht in den Sternen; denn die Forderung nach einem Schuldenschnitt zugunsten Griechenlands ist noch lange nicht vom Tisch. Das pikante daran ist: die Grünen haben selbst einen Schuldenschnitt für Griechenland gefordert[3]. Deutschland – und damit der deutsche Steuerzahler – würde von einem Schuldenschnitt überproportional getroffen werden. Er würde die „Zinsgewinne“ weit übersteigen, so dass ein großer Verlust übrig bliebe. Wenn die Grünen jetzt von einem „Zinsgewinn“ sprechen, so ist das vor diesem Hintergrund zynisch.“

[1] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-hilfe-deutschland-macht-2-9-milliarden-euro-gewinn-a-1214134.html

[2]  https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspakete-101.html

[3] http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Gruene-fordern-neuen-Schuldenschnitt-fuer-Griechenland