Dass Mario Draghi nicht zwischen Risikoreduzierung und Risikoverteilung differenziert, ist eine verräterische Aussage

Mario Draghi warnte vor dem EU-Parlament in Brüssel vor einer Differenzierung zwischen Risikoreduzierung und Risikoverteilung, und er drängte zu einer schnellen Umsetzung von „EU-Reformen“, wie die Einführung einer europäischen Einlagensicherung für Banken, einer Arbeitlosenrückversicherung, eines so genannten Backstops beim Euro-Rettungsfonds ESM.

Dazu der AfD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Finanzausschusses Dr. Bruno Hollnagel:

„Mario Draghi warnt davor, „zu sehr zwischen Risikoreduzierung und Risikoverteilung zu differenzieren“ [Börsen-Zeitung, 10.07. 2018, S- 4]. Das ist eine verräterische Aussage, die an der Sache vorbeigeht! Draghi suggeriert damit, dass eine Risikoreduzierung gleichzusetzen wäre mit einer Risikoteilung. Das ist falsch!

Eine Risikoverteilung reduziert die Risiken nicht! Im Gegenteil suggeriert sie, dass die Risiken nicht reduziert zu werden bräuchten. Das wäre eine fatale Fehleinschätzung. In der derzeitigen Situation kommt eine Risikoverteilung einem Risiko-Ansteckungs-Mechanismus gleich. Erinnern wir uns daran, dass beispielsweise die faulen Kredite in Griechenland über 40 % aller Bankenausleihungen ausmachen. Auch in anderen Ländern würde der endgültige Ausfall dieser Kredite das Eigenkapital sehr vieler Banken übersteigen. Würden alle Risiken auf die Banken aller Länder verteilt, so könnten diese im Fall des Falles durch die zusätzlich zu tragenden Risiken das Fass zum Überlaufen bringen, und alle Mitglieder der Bankenunion in den Abgrund reißen. Genau das ist zu verhindern. Die Draghische Bankenunion ist nicht geeignet die Risiken zu beherrschen, sondern birgt die akute Gefahr der Ansteckung mit möglicherweise katastrophalen Folgen für alle Mitglieder der Bankenunion.

Richtig wäre es, die Risiken zu reduzieren und zu isolieren. Das ist das Gegenteil von dem, was Draghi anstrebt. Leider würde die Ansiedlung einer Letztsicherung der Bankenunion beim Eurorettungsfonds ESM die Lage in Europa nicht verbessern, sondern verschlimmern. Draghis offensichtliche Eile sollte zur äußersten Vorsicht gemahnen!“