America First – einige Folgen

Trumps America-First-Politik treibt im Wirtschaftsbereich skurrile Blüten; denn was sich logisch anhört und vermeintlich im amerikanischen Interesse liegt, kann ungeahnte Folgen zeitigen:

Die Steuersenkung führt zunächst zu Mindereinnahmen von ca. 1.500 Milliarden $ im Jahr. Sie erhöht die Kaufkraft und macht Investitionen in den USA attraktiver. Einhergehend mit einer höheren Inflation wird also dadurch die inneramerikanische Wirtschaft gestärkt.

Die neuen Zölle spülen Geld in die Staatskassen. Würden alle Warenimporte der USA durchschnittlich mit 10 % belegt, ergäbe das aber nur ein Aufkommen in Höhe von 230 Milliarden $. Die offene Frage: Wie soll das durch Steuersenkungen gerissene Steuerloch gestopft werden? Mit Geld aus der Druckerpresse?

Die USA sind in mehrfacher Hinsicht nicht mit Deutschland vergleichbar: im Gegensatz zu Deutschland sind die Steuern niedrig, der Haushalt ist stark defizitär und es gibt keine Handelsüberschüsse.

Die Zölle sollten auch die amerikanische Wirtschaft schützen. Sie können aber zum Bumerang werden: 1. Mexiko, Kanada, Europa und China haben Strafzölle erlassen. Die belasten die amerikanische Wirtschaft. 2. Die amerikanische Autoindustrie ist zwischen 25 bis 30 % von Importen abhängig. Die sind mit Zöllen belegt und verteuern nun die eigene Produktion. Im Ergebnis werden alle Autos in Amerika teurer, was den Umsatz und damit die Autoindustrie schwächen wird. Im Gespräch sind über 600.000 Arbeitsplätze, die verloren gehen könnten.

In Verbindung mit den Zinssteigerungen der FED wird der Dollar erstarken und US-Exporte erschweren, während Importe leichter fallen.

Die aggressive US-Sanktionspolitik gegenüber Iran und Russland (die auch Deutschland treffen) befördert eine Iran-China-Achse, zwingt Russland zu neuen Allianzen, und schwächt so den Einfluss der USA.

Es ist festzustellen, dass die praktizierte America-First-Strategie die USA und seine Handelspartner eher schwächen als stärken wird.

Das Problem ist, dass Europa und Deutschland in diesem Bereich lediglich sporadisch reagieren, statt auf der Grundlage klarer Konzepte zu agieren.