Messlatte gerissen: Schuldenentwicklung in der EU nach wie vor alarmierend und widerspricht den Stabilitätskriterien

Die Schuldenentwicklung in der EU ist nach wie vor alarmierend und widerspricht den Stabilitätskriterien. Die Bundesregierung stellt folgendes zur Schuldenentwicklung fest (AZ 19/3542).

Schuldenentwicklung ausgewählter Staaten der EU in Prozent des BIP
2012 2017
123,4 131,8 Italien
90,6 97 Frankreich
85,7 98,3 Spanien
159,6 178,7 Griechenland
79,8 64,1 Deutschland

 

Schuldenentwicklung ausgewählter Staaten der EU in € laut STATISTA
2012 2017
1.990,1 2.256,1 Italien
1.892,5 2.218,4 Frankreich
891,5 1.144,6 Spanien
305,1 323,3 Griechenland
2.202,3 2.092,6 Deutschland

 

Dazu ist festzustellen: Die absoluten Zahlen der Schuldenstände in den Euro-Ländern sind weiter gestiegen – von 2012 bis 2017 von 11.250 Mrd. € auf 12.500 Mrd. € (gesamte EU), also um weitere 1.250 Mrd. €. Das unsolide Finanzgebaren vieler EU-Staaten also nimmt ihren Fortgang. Die Niedrigzinsen sind allgemein nicht genutzt worden um die Schulden zu reduzieren, sondern wirkten offenbar wie ein Brandbeschleuniger. Die Bundesregierung ist aufzufordern ultimativ die Einhaltung der Maastrichter Kriterien einzufordern und selbst zu erfüllen. Andernfalls sollten die Beiträge zur EU auf dem jetzigen Niveau eingefroren und die Haftungen der Bunderepublik gegenüber der Eurostaaten um 10 % im Jahr zurückgeführt werden.