Zeichen einer neuen Krise?

Der Minsky-Moment ist der Augenblick, in dem nach einem hitzigen Aufschwung die Akteure erkennen, dass der Crash kommt. Der Auslöser einer solchen Krise kann sehr unterschiedlich sein. 2008 war es der, als der Leitzins auf 5,55 % stieg.[1] Viele Eigenheimbesitzer konnten ihre Darlehen nicht mehr bedienen. Durch Zwangsverkäufe begannen die Preise zu sinken, viele Immobiliendarlehen waren nicht mehr ausreichend besichert. Die Banken forderten Deckung, die Dominosteine begannen einer nach dem anderen zu fallen. Heute unmöglich?

Bundesregierung lehnt Indexierung ab – wohl um Steuerlast der Bürger zu erhöhen

Die Bundesregierung lehnt eine automatischen Anpassung der Steuersätze (Indexierung) z. B. für Steuerfreibeträge der Regierung (AZ 19/3492) ab. Sie begründet es damit, dass das Parlament zum Teil seine Budgethoheit verlieren würde. Außerdem äußert sie stabilitätspolitische Bedenken, wonach eine Indexierung innerhalb des Steuerrechtes Inflationstendenzen verstärken oder gar fördern würden.

Griechenlandrettung – Wunschträume

Erneute Sparversprechen reichen aus, um Griechenland einen weiteren 15 Mrd. € Kredit zu bescheren. Dazu Finanzminister Olaf Scholz: „Es ist ein Zeichen europäischer Solidarität, das wir hier geben“[1]. Griechenland werde das dritte Hilfsprogramm im August beenden und könne wieder auf eigenen Beinen stehen. Wenden wir uns nun von den Wunschträumen ab und den Fakten zu: Ausweislich der Schuldenentwicklung haben die Rettungsaktionen Griechenland nicht diszipliniert, sondern eher dazu angehalten weiter ungeniert zu Lasten anderer zu leben: gemessen am BIP haben die Schulden Griechenlands neue Höchstpunkte erklommen.

America First – einige Folgen

Trumps America-First-Politik treibt im Wirtschaftsbereich skurrile Blüten; denn was sich logisch anhört und vermeintlich im amerikanischen Interesse liegt, kann ungeahnte Folgen zeitigen: Die Steuersenkung führt zunächst zu Mindereinnahmen von ca. 1.500 Milliarden $ im Jahr. Sie erhöht die Kaufkraft und macht Investitionen in den USA attraktiver. Einhergehend mit einer höheren Inflation wird also dadurch die inneramerikanische Wirtschaft gestärkt.

EU-Norm zur Festlegung von Emissionswerten von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen – Missachtung bundesdeutscher Interessen und des Subsidiaritätsprinzips

Die neue EU-Verordnung setzt die Grenzwerte für Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOOx), Kohlenwasserstoffmonoxid (CO), Nichtmethankohlenwasserstoffe (NMHC) und Feinstaub fest. Gemessen wird im WLTP-Zyklus. Die Emissionswerte werden jetzt so angesetzt, dass für PKW und leichte Nutzfahrzeuge lediglich ein maximaler Verbrauch von ungefähr 4 l je 100 km möglich ist. Damit läutet die EU-Verordnung das Ende des Verbrennungsmotors ein. Alleine die AfD hat diese Problematik (in der Person und im Antrag Doktor Spaniel) im Deutschen Bundestag thematisiert.

Migrationsproblematik – Spagat zwischen Nächstenliebe und ökonomischer Vernunft

Das mit Abstand am emotionalsten im Bundestag debattierte Thema ist die Migration, bei der sich aktuell mehrere Argumentationslinien ausmachen lassen: Die ethisch-moralische Argumentation: Hier meint man, (allen) Menschen in Not helfen zu müssen. Konsequent zu Ende gedacht hieße das, dass Deutschland allen Flüchtlingen eine sichere Zuflucht bieten müsste. Dies blendet jedoch die Tatsache aus, dass viele Flüchtlinge gar nicht in Not sind, sondern sich allenfalls – auf dem Weg in ein „besseres“ Leben – selbst in eine Notlage bringen. Zwei Fakten erscheinen in diesem Zusammenhang interessant: …

Flüchtlinge in Seenot

Seenot ist als ein Zustand definiert, in dem ohne fremde Hilfe unabwendbare Gefahr für Gesundheit und Leben von Besatzung oder Passagiere auf dem Wasser gegeben ist. In einem internationalen Abkommen von 1982 haben sich Küstenanrainerstaaten verpflichtet, in küstennahen Gewässern eine Seenotrettung aufzubauen. Um die Überlebenswahrscheinlichkeit für die Schiffsbesatzung und Passagiere von in Seenot geratenen Schiffen zu erhöhen, gibt es internationale Abkommen wie das SOLAS-Übereinkommen (Safety of Life at Sea). Dort ist unter anderem geregelt, dass jedes Schiff Rettungsmittel an Bord haben muss. Andreas Mrosek stellt in …

Europäische Arbeitslosenversicherung – Scholz täuscht die Öffentlichkeit und spielt ein doppeltes Spiel

Vor dem EU-Gipfel der europäischen Regierungschefs am 28. Juni, auf dem grundlegende Weichenstellungen der Gemeinschaftspolitik für die nächsten Jahre beschlossen werden sollen, wird in allen Mitgliedsstaaten sehr kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite stehen die unbedingten Befürworter einer EU-Vertiefung mit diversen Vorschlägen und Initiativen, die zu einem Großteil die Gefahr der Vergemeinschaftung von Risiken und Haftung beinhalten. Auf der andern Seite stehen die Vertreter des Prinzips der Selbsthaftung, Eigenverantwortung, solider Haushaltsführung und der Einhaltung von Recht und Verträgen. Eine andere Initiative der Vertiefungsbefürworter, die von Macron …

Nicht Italien muss den Euro aufgeben, sondern Deutschland eine neue Währung einführen

Sollte Italien sich unter der neuen Regierung noch ungehemmter verschulden, als es das jetzt schon tut, wäre eine Staatspleite mehr als wahrscheinlich. Sowohl ein Staatsbankrott oder ein Euro-Austritt Italiens würden im stark vernetzten europäischen Banksystem Schockwellen auslösen, die zu einem Kollabieren des gesamten Bankensystems führen könnten. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Bruno Hollnagel, Mitglied des Finanzausschusses, beschreibt das drohende Szenario und zeigt die für Deutschland beste Alternative auf: Was wäre, wenn Italien aus dem Euro ausstiege? „Italien würde eine neue Währung bekommen. Diese Währung würde abgewertet werden und …

Unveröffentlichtes Interview der JF mit Dr. Bruno Hollnagel: Italien – Ausstieg aus der EU?

Unveröffentlichtes Interview der Jungen Freiheit 5/2018 mit Dr. Bruno Hollnagel zur Zukunft Italiens in der Europäischen Union. JF: Glauben Sie, dass die neue italienische Regierung versuchen wird, aus dem Euro auszutreten? Dr. Bruno Hollnagel: Italien ist mit 130 % seines BIP verschuldet. Das ist weit mehr als die Konvergenzkriterien und die Stabilitätskriterien zulassen, und übersteigt weit die nachhaltig zu tragende Verschuldung (ca. 80 % des BIP). Ich vermute, dass Italien mit dem Ausstieg aus dem Euro nur droht, um den Euro-Fetischisten (wie Deutschland) höhere Subventionen abzupressen. …