Sanktionsgesetz der USA: wirtschaftspolitisch motiviert?

Das US-Sanktionsgesetz der USA zielt auf Wirtschaftssanktionen gegen Iran, Nordkorea und Russland. Es handelt sich nach meiner Meinung um ein durchsichtiges Manöver zur Stärkung der amerikanischen Energiewirtschaft. Denn der gegenwärtige Entwurf könnte viele Pipelines betreffen, die Energie (Öl, raffinierte Treibstoffe, Gas) aus Russland nach Finnland, den drei baltischen Staaten und Deutschland transportieren. Es könnte auch das Projekt Nord Stream 2 betreffen, das russisches Gas durch eine Ostseepipeline nach Deutschland bringen soll.

Durch das geplante Gesetz droht eine Behinderung der russischen Gas- und Erdöllieferungen nach Europa bzw. eine Bevorteilung amerikanischer Lieferungen. Diese neuerlichen Sanktionen sind geeignet, Gas und Öl für uns teurer zu machen.

Es ist im wirtschaftlichen Interesse Deutschlands, möglichst viele Anbieter von Gas und Öl zu haben, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Dieses Interesse Deutschlands ist durch das Vorgehen Amerikas gefährdet. Ich lehne das Gesetz deswegen ab. Die Einmischung der USA in die deutsche Energiewirtschaft unter dem Deckmantel von Sanktionen halte ich für inakzeptabel.

Siehe: Deutschlandfunk, 25. Juli 2017, US-Kongress einigt sich auf Sanktionsgesetz