Dr. Bruno Hollnagel: Die AfD wird durch eine aktuelle Studie von EZB-Volkswirten bestätigt: Deutschland ist nicht Nutznießer des EURO

Einige EZB-Ökonomen haben im Dezember 2017 einen Fachaufsatz veröffentlicht, der mit einer Behauptung aufräumt, die von deutschen EU-begeisterten Politikern immer gern gebetsmühlenhaft wiederholt wird: Deutschland hätte ganz besonders von der Euro-Einführung profitiert und der Euro sei ein ganz großer Gewinn für Gesamteuropa. Diese Behauptungen sind nun durch die Daten der EZB selbst widerlegt worden.

Erklärtes Ziel der Euro-Einführung war eine Angleichung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den verschiedenen Staaten des gemeinsamen Wirtschaftsraums, die sog. ökonomische Konvergenz. Doch das Gegenteil ist eingetreten: nimmt man das Bruttosozialprodukt pro Kopf als Maßstab, ist die Kluft zwischen den EU-Staaten noch größer geworden. Um die Entwicklung der Volkswirtschaften in den Ländern besser vergleichen zu können, legten die Autoren der EZB-Studie das jeweilige Bruttosozialprodukt im Jahr der Einführung des Euro mit einem Index von 100 zugrunde. Während der letzten 18 Jahre verschlechterte sich der Index Deutschlands von 125 auf 123. Eine wesentliche Verschlechterung sieht zwar anders aus – aber eine Verbesserung, wie von unreflektierten EU-Bejublern behauptet, ist dies auch nicht.

Deutlich schlimmer sieht es z.B. für Italien aus, das man exemplarisch für die südlichen EURO-Länder heranziehen kann. Dort fiel der Index von 122 auf 96. Auch Griechenland gehört zu den Verlierern. Einzig Irland und die baltischen Staaten konnten sich leicht verbessern. Diese sind im Verhältnis zum Gesamtwirtschaftsraum jedoch eher unbedeutend.

Die EZB-Ökonomen gehen zwar nicht so weit, dem Euro die Schuld an dem Elend zu geben, und machen vor allem strukturelle und chronische Wachstumsschwächen in den südlichen EU-Ländern für das Auseinanderdriften der europäischen Volkswirtschaften verantwortlich.

Dazu der AfD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bruno Hollnagel: „Es ist bezeichnend, dass selbst von der EZB – wenn auch nur „häppchenweise“ – zugegeben wird, dass der EURO zumindest keine Vorteile für Europas Wirtschaft und auch nicht für die politische Integration erbracht hat. Die Kritik der AfD geht aber viel tiefer. Es war nämlich von vornherein klar, dass ein einheitlicher Leitbankzinssatz in einem nicht homogenen Wirtschaftsraum wirtschaftliche Verwerfungen vertieft und nicht mildert. Den EURO-Mitgliedsstaaten ist die Möglichkeit genommen worden, mittels ihrer eigenen Zentralbanken über Inflation und Deflation auf wirtschaftliche Schwankungen zu reagieren. In der Folge wurden Wohlstandsunterschiede nun durch Kredite ausgeglichen, an die die wirtschaftlich schwachen Südstaaten dann zu erheblich besserer Kondition herankamen. Dies lähmte bei den entsprechenden Staaten die Bereitschaft zu Strukturreformen und führte gleichzeitig zu hoher Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Durch die Nullzinspolitik und das Ankaufen minderwertiger Staatsanleihen durch die EZB sind wir faktisch schon längst in einer Transferunion zu Lasten Deutschlands. Dies muss ein Ende haben und dafür setzt sich die AfD ein“.