Sparvermögen erzielt negative Rendite – falsche Anreize

Herr Weidmann, Bundesbankpräsident, stellte in der FAZ (20.8.2018) fest, dass die Sparvermögen negative Realrenditen aufweisen. Das Finanzvermögen besteht gewöhnlich aus verschiedenen Bestandteilen (Anleihen, Aktien, Kapitallebensversicherungen und Bankanlagen). Verantwortlich dafür seien die seit Jahresanfang nicht mehr gestiegenen Aktienkurse, die Niedrigzinsen und die Inflation. Dabei sind die Zinseinnahmen Privater seit 2008 gemessen am BIP um 2 % gesunken (Die Welt vom 20.8.2018). Zudem drücke die Währungskrise in der Türkei auf die Marktstimmung. Weidmann sieht keine Hoffnung auf rasche Zinserhöhungen.

Dr. Hollnagel, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages, stellt dazu fest: „Den geringeren Zinseinnahmen sind zwar volkswirtschaftlich gesehen geringere Schuldzinsausgaben gegenüber zu stellen. Trotzdem werden durch die Niedrigzinsen falsche Signale gesetzt: Wenn sich Sparen nicht mehr lohnt und deswegen die verantwortungsvolle Eigenvorsorge vernachlässigt wird und Sparpuffer real geringer werden, wird die Wirtschaft bei Krisen insgesamt anfälliger. Außerdem können die real negativen Sparrenditen die individuellen (immer vorhandenen) Risiken nicht decken. Das ist insgesamt eine bedenkliche Perspektive.“