Wohnraumenteignung: Das falsche Rezept

Die neuerlichen Bestrebungen, die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt dadurch in den Griff zu bekommen, indem große Immobiliengesellschaften verstaatlicht werden, ist hanebüchen. Kein einziger Quadratmeter wird neu gebaut, wenn Wohnimmobilien zwangsenteignet werden. Es droht eine Verschärfung der Lage: eine Weigerung, neue Wohnimmobilien zu bauen. Denn wer ist so dumm, Immobilien zu bauen wenn er damit rechnen muss dass sie enteignet – Zwangsvergesellschaftet – werden? Niemand!

Es ist als erstes festzustellen, dass es in Deutschland prinzipiell genügend Immobilien gibt. Sie befinden sich nur nicht dort, wo die höchste Nachfrage ist. An anderer Stelle stehen sie leer und verfallen (gehen Sie mal in die abgelegenen Dörfer Mecklenburg-Vorpommerns!). Immobilien zu besitzen ist also keineswegs generell wirtschaftlich erstrebenswert. Was sind die vernünftigen Lösungsansätze?

Das Angebot müsse dort erhöht werden, wo die Nachfrage besonders drückend ist. Dass ist möglich, indem eine dichtere Bebauung (zum Beispiel durch Aufstockung und geringere Abstandsflächen) zugelassen wird. Um die Nachfrage – und damit den Preis – in Brennpunkten zu vermindern, könnte die Attraktivität ländlicher Bereiche gesteigert werden: eine bessere Infrastruktur und Kristallisationspunkte durch Universität- und Hochschul-Dependancen, Verlagerung von staatlichen Verwaltungen und eine Präferierrung von „Home-Office“ könnte hier Initialzündungen sein.

Die hohen Preise könnten aber auch durch eine Minderung der Anforderungen an Neubauten gedämpft werden. Zu denken ist dabei an die Tatsache, dass sich die Bauentstehungspreise in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt haben. Die Gründe sind insbesondere die destruktiven Auflagen im Bereich der Wärmedämmung (Dach, Fenster, Fassaden). Dabei ist nicht nur zu bedenken, dass Fenster, Außentüren, Wände und Dächer wegen des Materialeinsatzes teurer werden: Eine Terrassenschiebetür in 3 m Breite mit Dreifachverglasung wiegt fast 1 t. Statt dass sie per Hand eingebaut werden könnte, ist nun schweres Gerät erforderlich.

Die Mietpreise sind zwar auch, aber nicht nur, von der Höhe der Entstehungskosten abhängig. Es gilt auch, die Nebenkosten zu bedenken. Und hier trägt der Staat durch Zusatzbelastungen wie Stromsteuer und EEG Abgabe eine Mitschuld an der Steigerung der Warmmieten.

Wir sehen: es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, die ergriffen werden können, um die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen.