Zum Klimaschutzprogramm – nichts außer Kosten

Kürzlich attestierte der Bundesrechnungshof ein vollständiges Versagen, was Effektivität und Kosten (mind. 160 Mrd. €[1]) der durch die Bundesregierung bisher durchgeführten Klimaschutz-Maßnahmen betrifft: Je Tonne[2] eingespartes CO2 wurden demnach über 8.000 € ausgegeben – im europäischen Zertifikathandel kostet 1 t mit 27€ nur einen Bruchteil davon. Das Geld der deutschen Staatsbürger wurde und wird demnach verschleudert.

Das Klimaschutzprogramm soll alles besser machen. Die 1. zu stellende Frage lautet: welchen Einfluss kann Deutschland auf das Weltklima nehmen? Basierend auf einer Formel des Weltklimarates trägt die gesamte CO2-Emission Deutschlands gerade mal 0,000653 °C jährlich an der Erderwärmung bei[3] – so gut wie nichts. Die Maßnahmen der Bundesregierung, durch die auch nur ein Teil des CO2 eingespart werden kann, werden daran nicht viel ändern. Der erzielbare Klima-Effekt geht also gegen Null. Diese Null wird aber bis 2050 weitere 620 Milliarden € allein für die Umstellung des Stromsektors verschlungen haben; für die Umstellung aller relevanter Sektoren kämen noch einmal 1.680 Milliarden € hinzu[4]. Die Kosten für das Klimaschutzpaket (54,5 Mrd. €[5]) noch gar nicht gerechnet. Und was bekommen wir dafür? Keine messbare Temperaturbeeinflussung aber eine teurere und unsicherere Stromversorgung!

2. Frage: Wird das Gebot der Wirtschaftlichkeit eingehalten? Das ist offenbar nicht der Fall:  Offenbar ist eine vernünftige Relation von Kosten und Wirkung auf das Klima nicht gegeben. Schon deswegen, weil – laut Weltklimarat – wir es beim Klima mit einem gekoppelten, nichtlinearen, chaotischen System zu tun haben, so dass wir zukünftige Klimazustände nicht einfach auf eine Ursache (CO2-Emission) zurückführen können. Allenfalls in einer weltweiten konzertierten Aktion unter Einbeziehung der USA, Indiens und China sind Maßnahmen sinnvoll; denn weltweit sind ca. 1.400 Kohlekraftwerke in Bau oder in Planung[6], während hier Kohlekraftwerke stillgelegt werden sollen – ein Irrsinn. Tatsächlich ist das vorgestellte Klimaschutzprogramm ein Sammelsurium an Maßnahmen. Es dokumentiert die Hilf- und Konzeptionslosigkeit der Bundesregierung.

Die 3. Frage lautet: ist das Konzept der Bepreisung von CO2 tragfähig? Es fußt auf der Annahme, dass ein höherer Preis die Nachfrage mindert. Allerdings setzt dies die Existenz preiswerter Alternativen voraus[7] – die es zurzeit nicht gibt. Das Experiment der CO2 Bepreisung hat Schweden schon ab 1995 schon gewagt. Die Emissionen im Verkehrssektor wurden dadurch nicht gemindert – erst als um 2017 vermehrt Bio-Kraftstoffe zum Einsatz kamen und der Biodiesel weitgehend steuerfrei gestellt und zugleich herkömmliche Energieträger sanktioniert wurden, sanken die Emissionen.[8]

Es ist geplant, CO2-Zertifikate, also „Verschmutzungsrechte“, zu verkaufen. Das bedeutet: der Staat verdient an der CO2-Emission. Damit aber hat er kein Interesse an deren Vermeidung. Das Konzept ist absurd. Zudem muss ein großer bürokratischer Aufwand betrieben werden, um das Paket sozial verträglich zu gestalten.

Ergebnis: Einen messbaren Einfluss auf das Klima werden die geplanten Maßnahmen nicht haben, wohl aber einen negativen auf den Geldbeutel der Bürger und/oder den des Staates. Alleine eine weltweit konzertierte Aktion kann wirken.


[1] https://www.welt.de/wirtschaft/article181690102/Bundesrechnungshof-wirft-Regierung-Versagen-bei-Energiewende-vor.html

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76558/umfrage/entwicklung-der-treibhausgas-emissionen-in-deutschland/

[3] Eine Maßzahl für die Temperaturerhöhung ist der sog. ECS Wert (ECS = Equilibrium Climate Sensitivity). Das ist die vermutete, immer gleiche Temperaturerhöhung – ceteris paribus bei jeder Verdopplung der CO2 Konzentration. Für diese Zahl setzt das IPCC seit 30 Jahren den Wert von rd. 3,2 °C an. Die daraus folgende Temperaturerhöhung kann nach folgender Formel errechnet werden: ∆ T = ECS/ln(2)x ln (KCneu/KCalt). Dabei ist ∆ T, die gesuchte Temperaturdifferenz in °C, ECS der ECS Wert in °C; KCneu die neue CO2 Konzentration und KCalt die alte CO2 Konzentration.

[4] https://bdi.eu/publikation/news/klimapfade-fuer-deutschland/

[5] FAZ vom 23. 9. 2019

[6] https://app.handelsblatt.com/unternehmen/energie/energiepolitik-deutschland-treibt-den-ausstieg-voran-doch-weltweit-boomt-die-kohle/23141178.html?ticket=ST-35958848-tUbpszrYZBzXsxn9cl3N-ap5

[7] S. Giffen Paradoxon, https://de.wikipedia.org/wiki/Giffen-Paradoxon die

[8] https://sweden.se/nature/sweden-tackles-climate-change/