Wissenswertes über Geld

Am Anfang der menschlichen Kultur gab es nur die Tauschwirtschaft. Ebenso war das erste Geld – Münzen – nichts weiter als Tauschware; denn eine Ware wurde gegen eine andere Ware (Metall in Münzenform) getauscht. Das Tauschhandelsprinzip setzte sich fort, auch als das Metall durch Beimischungen „gestreckt“ wurde.

Machen wir einen Schnitt und beginnen mit einem Gedankenexperiment:

Wir befinden uns in Zeiten der Tauschwirtschaft. Zwei Bauern A und B bewirtschaften ihre Felder. Der Bauer B hat mit dem Wetter Pech. Es kommt zu einer Missernte. Was soll er tun? Er hat keine Rücklagen. Er bittet den Bauer A ihm für die nächste Aussaat Saatgetreide zu leihen. Damit Bauer A das macht, verlangt er aber 10 % mehr zurück, als er dem Bauer B gibt. Der Kreditvertrag war geboren: Verleihung von Ware gegen die gleiche Menge zuzüglich „Zinsen“. Sie werden handelseinig. Im nächsten Jahr hat der Bauer B wieder Pech: eine erneute Missernte. Was soll er tun? Er erbittet von Bauer A einen weiteren Kredit. Dazu ist dieser prinzipiell bereit, möchte aber mehr Sicherheiten. Die bekommt Bauer A auch in Form einer Grundstücksverpfändung. Fixiert (verbrieft) wird das in einem Kontrakt – der Grundschuld. Bauer B kann also auf dem Grundstück weiterhin wirtschaften, verliert aber einen Teil seines Landes, falls er die Schuld nicht begleichen kann. Jetzt haben wir eine interessante Situation:

Die Grundschuld kann – quasi als Geld – weitergegeben werden. Der Bauer B wird sich bemühen, seine Schuld zu begleichen (damit er sein Grundstück nicht verliert). Was bedeutet das? Das quasi Geld ist besichert (Realgeld) und die „Geldschöpfung“ erfolgt auf dem Prinzip von Handeln und Haften.

Mit dem Aufkommen von Zahlungsversprechen / Schuldverschreibungen / Wechsel gab es allerdings Geld, das zwar gedeckt sein konnte, aber nicht zwangsläufig durch Güter oder Dienstleistungen gedeckt sein musste. Die „Herausgeber“ solcher Schuldverschreibungen schöpften praktisch Geld, hafteten aber auch für deren Werteinlösung. Sie waren das erste Geld im heutigen Sinn des Papiergeldes. Mit ihrer Hilfe war es viel praktischer, größere Geldsummen zu transportieren.

Das heutige Geld ist überwiegend nicht vollständig besichert (Fiatgeld) und die das Geld „schöpfende“ Zentralbank haftet nicht für ihr Tun.

Indem eine Zentralbank nicht unabhängig arbeitet, also interessengeleitet ist, kann es zu einer Geldmengenexpansion kommen. Entspricht diese der Produktivitätssteigerung, so ist das per sé nicht schädlich; denn der gestiegenen Geldmenge steht ein entsprechendes Mehr an Produkten und Dienstleistungen gegenüber. Nun verhält es sich so, dass der Geldschöpfung immer eine entsprechende Schuld gegenübersteht. Steigt also die Geldmenge, steigen auch die Schulden. Steigen die Schulden (Geldmenge) stärker als die Produktion und Dienstleistungen (BIP), wird die Schuldenlast gegenüber der Produktion immer größer. Es steigt damit das Insolvenzrisiko.

Die Zentralbank reagierte darauf (auf die Schuldenlast der Unternehmen und Staaten) mit Zinssenkungen. Das macht das Zahlen von Schuldzinsen zwar einfacher, verleitet aber zugleich auch zu vermehrter Schuldenaufnahme. Kommt es nun zu einer natürlichen Konjunkturabschwächung, geraten Firmen und Staaten in Schwierigkeiten. Firmen, die bisher die Schulden so gerade noch bezahlen konnten (Zombiekredite), sind nun nicht mehr in der Lage dazu und drohen in den Konkurs zu rutschen. Auch Staaten bekommen Probleme: sie nehmen weniger Steuern ein und haben höhere (Sozial-) Ausgaben. Der Ausweg wäre:

  • entweder eine höhere Produktivität, und damit Gewinne. In einer Krise wird es aber an der notwendigen Nachfrage fehlen.
  • oder eine (Teil-) Enteignung der Gläubiger (also letztlich der Sparer). Dies findet gerade statt – die Inflation und ggf. Steuern sind größer als der Zinsertrag.

Es wird jetzt (in beginnenden Krisenzeiten) kolportiert, dass die EZB genötigt wäre zu intervenieren – und zwar mit Geldmengenausweitung / Zinssenkung. Dabei waren dies doch gerade die Ursachen für die Krise!

Anforderungen an Geld:

  • allgemeine Wertschätzung
  • beliebig teilbar
  • transportfähig
  • nicht verderblich
  • wägbar
  • fälschungssicher
  • knapp

Ein Beispiel zur Veranschaulichung – Die Bank

Man stelle sich vor, man kommt mit seinem Auto zu einem Parkhaus, in dem keine Parkgebühr verlangt wird und das Auto 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche parken kann. Das klingt realitätsfremd, aber Sie glauben das und geben Ihr Auto ab. Nach 5 Stunden kommen Sie wieder und Ihr Auto ist weg. Man sagt Ihnen: „Warten Sie ein bisschen, wir haben Ihr Auto verliehen. Das wird gleich wiedergebracht.“ Sie schütteln den Kopf? Aber genau so ist das bei den Banken: das Parkhaus ist die Bank und das Auto Ihr Geld, das Sie bei der Bank „geparkt“ haben. Die Bank geht pleite, wenn sie zu wenig verdient oder Schuldner nicht in der Lage sind ihre Schulden zu bedienen (das Auto zurück zu bringen).