EZB-Zinspolitik beeinträchtigt die Erträge der Banken

Auf meine Kleine Anfrage stellt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Sarah Ryglewski, fest: „Die Ertragslage der Kreditinstitute wird von diversen Faktoren beeinflusst. Zu den einflussnehmenden Faktoren gehört zunächst das institutsindividuelle Geschäftsmodell, insbesondere bezüglich der Bedeutung der Zins- und Provisionseinkommen, und der Aktivität im Kredit- und Kapitalmarktbereich, und den daraus entstehenden Risiken.

Weitere Faktoren sind die Wachstumsdynamik in einer Volkswirtschaft – insbesondere in Bezug auf die Kreditnachfrage, der demographische Wandel mit seinen Auswirkungen u. a. auf das Filialnetz, die Nachfrage nach digitalen Angeboten, sowie der Wettbewerb unter den Kreditinstituten. Nicht zuletzt hängt die Ertragslage von den Verwaltungskosten im Verhältnis zum operativen Ertrag, und von der Nutzung digitaler Strukturen mit dem Ziel der Effizienzsteigerung ab.“

Und weiter: “Das zinsabhängige Geschäft wird vom vorherrschenden Zinsniveau beeinflusst. Dabei spielen – neben den wirtschaftlichen Bedingungen – die von der unabhängigen Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Leitzinsen eine Rolle. Die Leitzinsen beeinflussen über die Interbanken- und Marktzinssätze das allgemeine Zinsniveau in der Eurozone und in Deutschland.“ Und das BMF wird im Weiteren noch konkreter: “Nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom September 2019 lag der Zinsüberschuss als Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen trotz Ausweitung des Kreditgeschäfts einiger Bankengruppen und trotz günstiger Finanzierungskonditionen unter seinem langfristigen Durchschnitt.“

Im Klartext heißt das, dass es sich bei der gegenwärtigen Zinspolitik um eine kapitalvernichtende Politik handelt, die unverzüglich eingestellt werden sollte.