Aus dem Kalender der Corona-Krise

Eine Zusammenfassung und Kommentierung der Ereignisse der letzten Tage von Dr. Bruno Hollnagel.

24. März

Das Robert-Koch-Institut änderte die „Falldefinition Corona“. Es reicht nun eine epidemiologische“ Bestätigung. Was bedeutet das? Corona-Erreger brauchen nicht nachgewiesen zu werden. Symptome einer Lungenentzündung reichen aus, um als Ursache Corona zu diagnostizieren: „Epidemiologische Bestätigung, definiert als … Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) (spezifisches klinisches Bild) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, auch ohne Vorliegen eines Erregernachweises.“ Damit werden die Fallzahlen steigen.

Steht dahinter die Absicht, einschneidende Maßnahmen der Regierung rechtfertigen zu können? Dabei ist es interessant zu wissen, dass in einem ‚normalen‘ Jahr in Deutschland ca. 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung erkranken.

25. März

Showdown im Parlament. Verabschiedung diverser Gesetze und Anordnungen. Unter anderem: Grundgesetzänderung (Beschluss des Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes), Nachtragshaushaltsgesetz 2020, Wirtschaftsstabilisierungsfondsgesetz – (WStFG), Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite, COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz, Gesetz zur Sicherstellung konsistenter Maßnahmen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten bei einer bundesweiten Gesundheitsgefahr im Fall einer Epidemie. Diverse Anträge der einzigen wirklichen Opposition, der Alternative für Deutschland, werden abgelehnt. Auch der Antrag, der die Maßnahmen zunächst zeitlich begrenzen soll, um Wirkung und Notwendigkeit zu verifizieren, bevor Maßnahmen neu oder in abgeänderter Form ergriffen werden.

26. März

FED und EZB stellen 9,2 Billionen € bereit: Die Pferde sollen saufen. Doch wenn sie gar nicht durstig sind? Zumindest Firmen werden keine Neuinvestitionen vornehmen, solange die Absatzmärkte nicht aufnahmefähig sind. Derweil will China seine Wirtschaft wieder anfahren. Barrieren für Warenströme werden aufgehoben. Putin fordert das Ende der Sanktionen.

Die WTO erwartet eine schlimmere Rezession, als in Folge der Wirtschaftskrise 2008.

Wir stehen vor einer mehrfachen Krise:

  1. Nachfrageausfall durch das Virus (Nachfrageschock)
  2. Reduzierung des Angebotes wegen der Unterbrechung von Lieferketten (Angebotsschock)
  3. Die exorbitant steigende Verschuldung
  4. Konjunktureinbruch wegen der Punkte 1. und 2., verschärft durch die Schutzmaßnahmen, mit der Gefahr einer Konkurswelle mit der Folge von Kreditausfällen, durch die Banken gefährdet werden

Zeitigen die Löscharbeiten katastrophalere Folgen als der Brand?

Zudem ist der Ölpreiseinbruch zwar gut für Ölverbraucher, ist aber ein Zeichen für einen tobenden Ölkrieg zwischen den USA (Fracking), Russland und Saudi-Arabien. Dadurch stehen insbesondere Geldgeber (Großbanken wie JP Morgan Chase [alleine 269 Mrd. US$], Wells Fargo,City Bank und Bank of America) im Feuer.

27. März

Die EZB setzt die Begrenzung der Anleihekäufe aus: Das unbegrenzte Gelddrucken und Staatsfinanzierung wird beschleunigt: Banken erwerben auf dem Primärmarkt – zum Zwecke der Staatsfinanzierung – Staatsanleihen. Das ist für sie risikolos, weil sie wissen, dass die EZB ihnen über den Sekundärmarkt die Staatsanleihen abkauft

Das Zinsdiktat der EZB ist absolut. Sprengt die EZB die Eurozone?

Deutschland braucht eine Strategie zum Ausstieg.