Mögliche Entwicklung des Szenarios (Teil 2)

Die Ausgangssituation kann sich in vielfältiger Weise entwickeln. Nachfolgend meine persönliche Einschätzung.

Verlauf der Pandemie

Die Zahl der neu Infizierten wird allmählich abnehmen, aber nach dem Sommer und einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen wieder ansteigen.

Wirtschaftliche Folgen der ergriffenen Maßnahmen und infolge der Viren

Je Woche erfolgt bei der gegenwärtigen Situation eine Verminderung des bundesweiten BIPs um ca. 1 % also ca. 400 € je Bürger. Hält der gegenwärtige Zustand 2 Monate an, so verliert jeder Bürger im Durchschnitt ca. 3.200 €.

Es werden eine Reihe kleiner und mittelständischer Unternehmen aufgeben müssen, weil die Erträge zum Teil zu 100 % ausbleiben. Das Wiederanfahren der Geschäfte wird für bestimmte Branchen teuer werden, weil sich Kunden umorientiert / umgewöhnt haben.

Die staatlichen Hilfsmaßnahmen sind zum Teil verfehlt (s. oben). Hausbanken werden die Situation nutzen und notleidende Kredite zu Lasten der KFW umschulden. Ergebnis: Dem Staat werden faule Kredite übertragen.

Ausgesetzte Mietzahlungen treffen nicht nur gewerbliche, sondern auch private Vermieter. Ob das verfassungsrechtlich zulässig ist, ist eine offene Frage. Wenn deswegen Kredite nicht mehr bedient werden, und es kommt zu Immobilienkredit-Ausfällen, kann das eine Kettenreaktion auf dem Immobilienmarkt auslösen (Immobilienpreissenkungen – Kreditausfälle – Zwangsversteigerungen – Immobilienpreissenkungen) von denen Banken hart getroffen werden würden.

Die jetzt schon beobachteten großen Aktienkursverluste treffen das Wirtschaftssystem im Mark: Leverage-Modelle (deren Kern durch Kredite aufgeblasene Erträge sind) geraten in eine Existenzkrise, da Substanzverluste direkt auf das eingesetzte Eigenkapital durchschlagen.

Der erwartete Konjunktureinbruch treibt Zombieunternehmen in den Konkurs – und belastet ebenfalls die Bank-Bilanzen.

Die Risiken werden offensichtlich. Die Anleihen entsprechender Kreditnehmer verlieren rasant an Wert, Banken geraten vollends in Schieflage. Die EZB wird versuchen, den Sturz durch riesige Aufkaufprogramme aufzuhalten. Immerhin sind nun nicht nur Firmen, sondern auch staatliche Anleihen ausfallgefährdet.

Die installierten Ansteckungseffekte (Gemeinschaftshaftungen (Bankenunion, Rettungsschirme, …) gefährden das gesamte Euro- und Euro-Bankensystem. Notleidende Kredite der Banken könnte die EZB übernehmen und somit die Banken – letztlich mit neu gedrucktem Geld – retten. Der Wirtschaftsminister Altmeier hat auch davon gesprochen, dass der Staat auch Firmen aufkaufen könnte.

Damit droht ein Systemwechsel. Planwirtschaft statt Marktwirtschaft. Dabei könnte von interessierter Seite geflissentlich unterschlagen werden, dass dann nicht allein das Virus, sondern auch planwirtschaftliche Maßnahmen des Staates den Boden für einen Systemwechsel bereitet haben.

Gesellschaftspolitisch droht ein Koller-Syndrom

Die „eingesperrten“ Menschen können sich nicht mehr ertragen. Folge: häusliche Gewalt, gesellschaftspolitische Instabilität. Die Corona-Peitsche könnte missbraucht werden, um die Menschenrechte nach dem Gusto der Regierenden einzuschränken. Der Einbruch der Aktien könnte zu feindlichen Übernahmen führen, und so den weltweiten Einfluss von großen Konzernen weiter stärken.

Nachdem die erste Corona-Well abgeebbt sein wird und/oder nach der erfolgreichen Erprobung einer Corona-Impfung, wird die Politik der Wirtschaft wieder gewisse Freiheiten geben (müssen), um so einem katastrophalen Niedergang der Wirtschaft zu begegnen. Bis dahin wird aber wahrscheinlich viel Porzellan zerschlagen sein. Die Verlierer stehen schon jetzt fest: Die Kleinen und der Mittelstand. Dem gilt es zu begegnen, denn der Mittelstand ist der Motor der deutschen Wirtschaft und des Wohlstandes.