Wenn die Medizin schädlicher sein sollte, als die Krankheit

Natürlich hat die Regierung eine Vorsorgepflicht gegenüber den Bürgern. Nicht zu vergessen ist aber, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Viren selbst Schaden anrichten. Hier ist also auf die Verhältnismäßigkeit zu achten. Dazu gehören die Folgen einer Insolvenzwelle (Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, verlorene Kredite), psychologische und wirtschaftliche Schäden wegen der Freiheitsbegrenzung (Kollersyndrom, Unterbrechung der Lieferketten, Produktionsausfall), Kosten des Wiederanfahrens der Wirtschaft nach dem Shutdown.

In der Tagesschau vom 25. März werden die Kosten je nach Szenario von 255 bis 729 angegeben Milliarden Euro angegeben. Diese Beträge beinhalten nicht Zahlungsansprüche, die aus der Mithaftung für EU-Programme, ESM oder der EZB resultieren können.

Prof. Clemens Fuest (ifo-Institut) sagte: „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist.“ Das unterstellte Szenario: zwei Monate sinkt die Wirtschaftsleistung auf 59,6 Prozent, im dritten Monat steigt sie wieder auf 79,8 Prozent und erreicht im vierten Monat wieder 100 Prozent. Das bedeutet eine Schrumpfung der Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 %.

Dabei ist zu bedenken, dass nur eine funktionierende Wirtschaft das Geld bereitstellen kann, welches für ein funktionierendes Gesundheitssystem erforderlich ist. Umso wichtiger ist es, ein Ausstiegsszenario anzuvisieren. Der Wiedereinstieg in den Alltag sollte nach Gefährdungsgrad (die am wenigsten gefährdeten zuerst) und unter dauernder strenger gesundheitlicher Kontrolle erfolgen:

  • Sektoren mit niedriger Ansteckungsgefahr, z.B. hochautomatisierte Fabriken, und weniger vulnerablen Personen, z.B. Kindertagesstätten und Schulen
  • Komplementaritäten zwischen Sektoren sind zu berücksichtigen. Beispielsweise können viele Menschen mit Kindern nicht zur Arbeit gehen, wenn Kindertagesstätten und Schulen geschlossen sind.
  • Sektoren, in denen gut mit Homeoffice und digitalen Techniken gearbeitet werden kann, haben weniger Priorität als Sektoren, in denen das nicht geht.
  • Hohe Wertschöpfung, wie sie insbesondere Teile des verarbeitenden Gewerbes aufweisen, sollte als Kriterium für prioritäre Öffnung berücksichtigt werden.
  • Beschränkungen, die hohe soziale oder psychische Belastungen implizieren, sollten vorrangig gelockert werden.
  • Regionen mit niedrigeren Infektionsraten und weniger Verbreitungspotential können eher geöffnet werden.
  • Nach Ausbildung von natürlicher Immunität können vor allem Bereiche und Regionen mit einer hohen Immunität geöffnet werden.
  • Regionen mit freien Kapazitäten in der Krankenversorgung können eher geöffnet werden.