Die Wohlstandslüge bringt Deutschland in Bedrängnis

Niederländern, Österreichern oder Finnen nimmt es niemand übel, wenn sie nationale Interessen vertreten. Deutschland schon. Das gönnerhafte Pathos treibt Deutschland jetzt in eine missliche Situation: Die „reichen“ Deutschen sollen Solidarität beweisen und in der Corona-Krise zahlen bzw. bürgen. Als „Wohlhabende“ können sie sich nur schwer dem Ansinnen entziehen. Nun zeigen sich die Folgen der Wohlstandslüge[1]: Die Deutschen sollen ihren Kopf hinhalten, obwohl sie – gemessen an ihrem Medianvermögen – zum ärmeren Teil Europas zählen, vielen Bürgern und Unternehmen die Reserven fehlen [2] und Deutschland schon jetzt der größte Nettozahler Europas ist. Mut zur Wahrheit wäre geboten und würde uns vor Schaden bewahren.


[1] S. hierzu Artikel vom 29.3.2020 und Vorträge vom 25.4., 3.5., 3.9. 2019 Das Medianvermögen der Deutschen befindet sich auf einer der unteren Ränge der EU. 57,9 % der Deutschen wohnen zur Miete. 41 Prozent der Deutschen hätten mit weniger als 10 000 Dollar kein nennenswertes Vermögen2. Die Deutschen sind nicht so reich, wie uns die Politik einreden will. Es fehlen qualifizierte Mitarbeiter, Intelligenz wandert aus Deutschland ab, und es droht Altersarmut (Rentenproblematik). Die Kaufkraft der Sparvermögen sinkt. Deutschland lebt in einer Wohlstandsillusion.

[2] https://www.nzz.ch/meinung/coronavirus-deutschland-erwacht-aus-der-wohlstands-illusion-ld.1551624