Der Machtkampf, der die Welt verändern wird

Alle reden vom Corona-Virus und dessen wirtschaftlichen Auswirkungen. Dabei spielt sich zur Zeit auf ganz anderem Gebiet dramatisches ab: Die Weltmacht USA gerät ins Schlingern. Der Angriff gilt ihrer Achillesferse, dem Dollar! Nur durch ihn konnten die USA jahrelang über ihre Verhältnisse leben: Importe bezahlten sie mit neu gedruckten Dollars. Da der Dollar auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel z. B. für Öl gebraucht wurde, floss er nicht im vollen Umfang in die USA zurück, und belastete dadurch auch nicht übermäßig den Wechselkurs. Ergebnis: Ein Teil des amerikanischen Wohlstandes kam aus der Notenpresse. Das könnte sich ändern, wenn große Mitspieler auf dem Weltmarkt den US-Dollar nicht mehr akzeptieren. Und genau das steht bevor.

Der Handel zwischen den USA auf der einen, und China und Russland auf der anderen, Seite wurde vor 4 Jahren zu 90% auf Dollarbasis abgerechnet. Im ersten Quartal 2020 fiel der Anteil des Dollars als Handelswährung auf unter 50%. Ein Währungskrieg ist nicht ausgeschlossen. Der Verlierer steht schon jetzt fest: die USA; denn ihr Handelsbilanzdefizit betrug 2019 stolze 922,8 Mrd. US$. Demgegenüber hatte China einen Handelsbilanzüberschuss von 421,9 Mrd. US$.

Die Vormachtstellung der USA stützte sich bisher auf drei Säulen: die militärische-, die moralische- und die währungspolitische Stärke. Nun kann sich die USA bald lediglich noch auf militärische Überlegenheit stützen: Die moralische Integrität hat sie spätestens mit Guantanamo und der Irak-Kriegs-Argumentation verloren. Und die Dominanz des Dollars schwindet – wie beschrieben – zusehends. Es steht viel auf dem Spiel. Wie sich die USA in dieser Situation verhalten wird, ist nicht klar. Zudem wirkt die USA alleine schon wegen der bevorstehenden Wahlen wie gelähmt. Deutschland ist gefordert, sich auf bevorstehende Veränderungen einzustellen und strategisch klug zu handeln.