Neues aus Absurdistan: Modern Monetary Theorie

Die „Modern Monetary Theorie“ (MMT) macht die Runde: Das Mantra dieses Ansatzes ist die „Ermordung der schwäbischen Hausfrau“, die nur das ausgibt, was sie in der Geldbörse hat. Das sei schlimm, meinen gewisse Ökonomen. Ihre „Ermordung“ sei ein Segen für die Volkswirtschaft, weil sie dadurch von der Enge begrenzten Geldes „befreit“ werde. Nur wenn sie genügend – geliehenes – Geld ausgibt würde die Wirtschaft florieren.

Das ist ökonomische Quacksalberei.

Wird die Geldmenge, wie die MMT-Jünger es sich wünschen, nach Belieben (im Übermaß) gedruckt, so wird die Kaufkraft des Geldes zerstört. Sparen – für das Alter, oder um Eigenkapital für Investitionen in zukunftsträchtige Technologien zu bilden – wird dann bestraft.

Zurzeit erleben wir eine Flutung des Marktes mit billigem Geld. Staaten, die leicht an billiges Geld kommen, werden dazu verleitet, Geld leichtfertig auszugeben; denn Geld ist Macht und die möchten sich die amtierenden Politiker gerne erhalten. Sind die amtierenden Politiker Herr über das Geld, werden sie dieses nicht zur Abfederung von Krisen verwenden, sondern zum Erhalt ihrer Macht. Sie werden des Machterhalts wegen mit frisch gedrucktem Geld ihre Klientel bedienen, und wegen des eintretenden Kaufkraftverlustes am Ende gegen die wohlverstandenen Interessen aller handeln.

Die MM-Theorie fordert, dass die EZB Staaten mit neu gedrucktem Geld unterstützt werden sollten. Wird diesen Forderungen nachgegeben, entfällt der Disziplinierungsdruck (durch steigende Zinsen oder Geschenke). Der Ordnungspolitische Rahmen fällt auseinander und führt zu verantwortungsloser Geldverschwendung zu Lasten von Gegenwart und Zukunft. Das muss verhindert werden!

Die Geldmenge muss nach ökonomischen Gesichtspunkten determiniert werden, und nicht nach eigenem politischen Gutdünken!

Die MMT verursacht einen radikalen Wechsel in der Geldpolitik, weit weg von der Geldpolitik wie wir sie alle kennen. Sie ist ein Alibi für Politiker, unverantwortlich viel Geld ausgeben zu dürfen. Sie erinnert an Keynes, der der Politik zugestand, zur Überwindung von Krisen Schulden machen zu dürfen. Er forderte aber auch, was geflissentlich „vergessen“ wird, dass die Schulden in guten Zeiten zurückgezahlt werden müssen. Diese weitere zwingende Forderung kommt amtierenden Politikern gern und leider auch regelmäßig abhanden.