Die EZB warnt vor sich selbst!

Die EZB(-Bankenaufsicht) schlägt Alarm! Das sollte aufhorchen lassen: der EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria äußerte sich am letzten Donnerstag (5.11.) in „De Tijd“ und „L’Echo“ alarmierend: die europäischen Banken sollten sich auf schwere wirtschaftliche Folgen der zweiten Pandemiewelle einstellen. Süffisant sagte er: „Banken können auf das Beste hoffen, sollten sich aber auf das Schlimmste vorbereiten.“ Die Kreditrisiken würden steigen und die Sicherheiten könnten an Wert verlieren. „Wir müssen uns auf die Auswirkung gefasst machen und unser Bestes tun, um das System durch diese schwierige Zeit zu steuern.“

Dazu Dr. Hollnagel, Mitglied des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages:

„Was hier die EZB verlauten lässt, ist infam. Es wird unterstellt, dass die Corona-Krise Schuld an der Misere sei; dabei ist sie nur der Auslöser einer Entwicklung, die sich zwangsläufig aus der jahrelangen verfehlten EZB-Politik ergibt.“

„Spätestens seit 2010 mit dem Einstieg in großangelegte Staatsanleihe-Käufe via SMP im Zuge der Griechenlandkrise hat sie rechtswidrig das Terrain der Fiskalpolitik betreten, sprich ihre „Geldpolitik“ auf die Staatsfinanzierungsbedürfnisse der Finanznotstandsländer ausgerichtet, und sich seither sukzessive in die „babylonische Gefangenschaft“ ihrer exzessiven Geldlockerungs-, insbesondere ihrer Niedrigzinspolitik, begeben. Das von ihr ausgeübte Zinsdiktat hat nichts mehr mit den natürlichen Gegebenheiten des Marktes zu tun. Die Folge: die Realwirtschaft „zombifiziert“, die Kreditzinsen decken die Kreditrisiken nicht mehr ab, und die zu tiefen Zinsen rauben dem Zins die Kapitallenkungsfunktion. Es kommt zu Fehlinvestitionen und Blasenbildung. Im Grunde genommen warnt die EZB nun vor den verheerenden Folgen ihre eigene Politik. Es steht zu befürchten, dass die lateineuropäisch dominierte EZB mit noch höheren Dosierungen ihrer gefährlichen Medizin die Krankheit unheilbar werden lässt. Dies gilt es zu verhindern. Wir brauchen dringend eine Medizin, die an den tatsächlichen Ursachen der Krise ansetzt.“