Zur Vermögensungleichverteilung

Vorbemerkung

Ist eine Vermögensungleichverteilung gegeben? Dazu eine Frage: Was ist gerecht? Konkreter: Wie hoch wäre ein gerechter Lohn eines Aushilfsarbeiters pro Stunde? 12 €, 13,75 €, 30,35 € 44,12 €? Und wie lange müsste er gerechterweise täglich arbeiten, um am sozialen Leben der Gesellschaft angemessen teilhaben zu können? Und was wäre „angemessen“?

Leider gibt es keinen objektiven Maßstab für „Gerechtigkeit“, sondern lediglich ein unscharfes Bild über das, was jemand für gerecht hält.

Da subjektiv empfundene Ungerechtigkeiten zu sozialen Spannungen führen können, liegt es im politischen Interesse, „Gerechtigkeit“ walten zu lassen.

1. Begriffsbestimmung

Als Vermögen wird der geldliche Wert des Besitzes verstanden.

Unter „ungleich verteiltes Vermögen“ wird verstanden, dass nicht jeder Mensch (in einer Gesellschaft) gleich viel Vermögen besitzt. In diesem Sinne steigt die Vermögensungleichheit zwischen Personen mit zunehmendem Unterschied ihrer Vermögen.

Vermögensgleichheit ist nicht fest definiert, könnte aber dahingehend interpretiert werden, dass jeder gleich viel Vermögen besitzt.

2. Entstehung und Erhalt von Vermögen

Vermögen entsteht ursprünglich durch Einkommen. Dieses Einkommen kann resultieren aus (Arbeits-) Leistung.

Dieses sogenannte Brutto-Einkommen wird zu Ersparnissen, wenn

  • staatliche Steuern und Abgaben und
  • Ausgaben für das tägliche Leben

in Abzug gebracht wurden.

Das bedeutet: Ersparnisse – und damit die Grundlage von Vermögen – erhöhen sich mit steigendem Einkommen und sinkenden Steuern und Abgaben. Das bedeutet auch, dass unter einer bestimmten Einkommenshöhe keine Ersparnisse erlangt werden können.

Diese Ersparnisse können erhalten und sogar vermehrt werden, wenn sie in Geldanlagen oder Investitionen eingesetzt werden und die Erträge daraus höher sind als die Inflation und Steuern.

Der Wert aller Investitionen und Ersparnisse bildet das Vermögen. Dieses kann verschenkt oder vererbt werden und erhöht (ggf. nach weiterem Steuerabzug) das Vermögen des Begünstigten.

Vermögen hat seinen Ursprung immer in einer versteuerten Arbeitsleistung, im Verzicht auf Konsum und das Eingehen von Risiken (Investitionen oder Kapitalanlagen).

3. Analyse
Ursachen der Vermögensungleichverteilung

Wie geschrieben wurde, sind der Ausgang der Vermögensbildung die Ersparnisse. Sie hängen ab von

  • der Höhe des Einkommens,
  • der Höhe der Steuern und Abgaben sowie
  • dem Lebenswandel.

In unserer Leistungsgesellschaft bestimmen vor allem die Qualifikation und „der Markt“ die Lohnhöhe. Die Vermögensverteilung ist also keineswegs automatisch eine Frage der „Gerechtigkeit“, wenn der Tatsache Rechnung getragen wird, dass Meschen unterschiedlich leistungsfähig und -willig sind.

Trotzdem: Kommt es hier zu „Ungerechtigkeiten“, so sind zunächst die Tarifpartner (Tarifautonomie) gefordert aber gegebenenfalls auch die einzelnen Beschäftigten (Qualifikation). Natürlich ist auch die Lebensweise wichtig – jedoch nicht in den unteren Lohngruppen, da diese praktisch kein Sparpotenzial haben.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Spitzensteuersatz heute durchschnittlich ca. beim 1,5-fachen des Durchschnittsverdienst liegt, aber 1960 beim 18-fachen lag, wird deutlich, dass der Staat heute den Bürgern weit tiefer in die Taschen greift als früher, und dabei vor allem auch niedrigere Einkommen belastet.

Gemessen am GINI-Koeffizient1 ist das Einkommen in Deutschland relativ gleich verteilt. Das trifft nicht für die Vermögensverteilung zu.

Zwischenbilanz: Relativ geringe Einkommensunterschiede lassen auch relativ ähnliche Vermögensunterschiede erwarten. Warum sind die Vermögenunterschiede dann relativ größer?

Dieser scheinbare Widerspruch muss aufgelöst werden. Er dürfte resultieren aus

  • unterschiedlichem
    • Konsumverhalten und
    • Risiko- und Investitionsbereitschaft
  • der relativ hohen Besteuerung mittlerer Einkommen, die das Sparpotential einschränken und
  • der relativ geringen Rentabilität, die die Wirkung des Zinseszinseffektes bei geringeren Vermögen nicht zum Tragen kommen lässt, aber bei größeren Vermögen nicht diese Bedeutung haben.
4. Formulierung des Problems
Das Ertragsproblem

Eine Vermögensbildung benötigt Ertragsquellen. Diese sind abhängig vom Risiko. Wegen des Zinsdiktats der EZB (niedrige Leitzinsen/Negativzinsen und den umfangreichen Anleihekäufen) rentieren sich „sichere“ Anleihen nicht mehr. Die Folgen: die Risiken übersteigen den Ertrag, das Vermögen nimmt ab.

Die Möglichkeit, das Einkommen zu erhöhen, um Ersparnisse zu bilden, aus denen Vermögen erwachsen kann, stößt an die Grenzen

  • der Wettbewerbsfähigkeit und
  • Tarifhoheit

Schon heute gehört Deutschland zu den Ländern hoher Lohnkosten. Ein gesteigerter Automatisierungsgrad zur Senkung der Lohnstückkosten gefährdet Arbeitsplätze. Die Einführung einer Maschinensteuer treibt das Kapital aus dem Land.

Das Aufwandsproblem
Die Besteuerung

Deutschland ist ein Steuer- und Abgaben-Spitzenland. Das belastet die Löhne und Gehälter besonders und schmälert das Sparpotential.

Das Mietenproblem

Zur Zeit haben wir aus verschiedenen Gründen eine sogenannte sektorale Inflation. Das bedeutet, dass bestimmte Bereiche in der Wirtschaft besonders hohe Inflationsraten aufweisen. Das ist zurzeit im Baubereich der Fall. Hier steigen Inflationsraten deutlich stärker als die Zunahme des Vermögens weiter Bevölkerungsschichten: immer weniger Menschen können sich ein eigenes Zuhause leisten, obwohl die Kreditzinsen tief sind. Durch die hohen Baukosten werden zudem die Mieten in die Höhe getrieben. Zudem werden die Mieten durch hohe Nebenkosten belastet. Diese resultieren insbesondere aus hohen Steuern und Abgaben.

Die Mieten und Mietnebenkosten belasten die Erträge der Mittel- und Geringverdiener in ganz besonderem Maße und engen den ohnehin geringen Spielraum für Vermögensbildungen ein.

5. Lösung – Maßnahmen zur Vermögensbildung

Um das Sparpotential zu heben, müssen Steuern gesenkt werden!

Steuersenkungspotential ist dadurch gegeben, dass

  • der Staat das Wirtschaftlichkeitsgebot endlich beachtet und das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit umsetzt2,
  • Einsparungen realisiert, insbesondere durch
    • Stopp der gegenwärtigen Migrationspolitik (Rückführung Nicht-Bleibeberechtigter),
    • Stopp der Energiewende (Deutschland ist genug in Vorleistung getreten, jetzt müssen andere Länder wie z. B. China, Indien und die USA das deutsche Niveau erreichen),
    • Ende des Lockdowns,
    • Ende der Transferunion,
    • Rationalisierung der Verwaltung (u. a. durch ein einfacheres Steuergesetz und dem Stop des planwirtschaftlichen Bürokratiemonsters Sustainable Finance).

Durch eine Erweiterung der Steuereinnahmenbasis kann das Steueraufkommen zunächst erhöht werden. Möglich ist das durch eine Marktzugangsgebühr: Jeder der den Marktplatz Deutschland benutzt, muss dafür bezahlen. Dadurch würden beispielsweise ausländische Internethandelsplattformen Steuern an den deutschen Staat zu zahlen haben.

Ein Teil der so erreichten Steuersenkungen (A und B) und Steuermehreinnahmen (C) könnten im Rahmen von

  • Vermögensbildungs- und
  • Eigenheimunterstützungsgesetzes

zur Vermögensbildung einkommensschwächerer Schichten eingesetzt werden. Ein anderer Teil könnte zur Steuererleichterung des Unter- und Mittelbaus genutzt werden.

1 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient

2 Der allenthalben zu hörende Ruf nach dem Staat ist ein Ruf nach Entmündigung: Um Aufgaben übernehmen zu können, benötigt der Staat Rechte und finanzielle Ressourcen. Die kann er nur von den Bürgern bekommen, denen sie abhandenkommen.