Ende der ultraleichten Geldpolitik und die Folgen

Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Zinsen in den USA langsam steigen könnten: Die regionalen Notenbanken von Dallas und San Francisco plädieren dafür, das Anleihekaufprogramm der Fed langsam zu reduzieren und dann die Leitzinsen langsam anzuheben.

Würde die FED zu Zinsnormalität zurückkehren, würde sich das auch auf den Euro auswirken: höhere Zinsen für den US$ machen diesen attraktiver und könnten zur Abwanderung von Kapital aus dem Euroraum führen. Das würde den Euro unter Druck bringen und vor allem bei den Südländern der Euro-Zone zu spürbar steigenden Zinsen führen, und die Zahlungsfähigkeit dieser überschuldeten Länder existenziell belasten. Es käme wieder zu steigenden Spannungen innerhalb der Eurozone. Die Spaltung der Euro-Zone stünde wieder zur Diskussion und der gesellschaftliche Frieden und die Finanzmarktstabilität wären in Gefahr. Von Deutschland würde erneut solidarisches Verhalten eingefordert werden – und erfüllt.

Es sollte klar sein, dass der Euro eine strukturell schwache Währung ist – ganz im Gegensatz zur D-Mark. Die Negativzinspolitik verschleiert nur die Situation: die Kapitalfehllenkung durch zu tiefe Zinsen. Bei steigenden Zinsen – z. B. induziert durch höhere US-Zinsen – wird das Ergebnis zinspolitisch induzierte Fehlinvestitionen sichtbar machen. Dann auch werden die eklatanten Fehler der jüngeren Vergangenheit (planwirtschaftliche Allüren der Europäischen Kommission, von den Nationalstaaten willig geduldet) sich für jedermann sichtbar negativ auswirken.

Europa wird weiter hinter die USA zurückfallen, und bei uns Wohlstand kosten.